Die Vorträge

“Regional mehr bewegen! Mit alternativen Währungen Mitbestimmung stärken.”

Montag 8. April 2019 Christian Gelleri

Wolltet ihr nicht schon auch mal Produkte einkaufen die nicht so weit gereist sind, aber die Auswahl beschränkte sich auf Italien oder Südafrika? Was wäre, wenn Geld nicht die „Reichen“ reicher machen, sondern gesellschaftlichen Zwecken dienen würde? Scheint es euch auch absurd, dass Geld und Macht sich immer wieder „irgendwo“ konzentrieren und dann in Rüstungs- und Spekulationsfonds landet? Wieso nutzen wir ein Geldsystem das uns so machtlos macht? Könnte man nicht eine demokratischere Währung einführen, die mehr direkte Selbstbestimmung, ökologisches Bewusstsein und Gerechtigkeit fördert? Macht regionales Geld in Zeiten der Globalisierung überhaupt Sinn? Wieso kann Regionalgeld die Wirtschaft in Schwung bringen?

Der Gründer der erfolgreichen Regionalwährung „Chimgauer“ und Vorstand der Regios eG, Christian Gelleri forscht an der Universität Würzburg zur Wirkung ebensolcher regionaler Komplementärwährungen auf die demokratische Selbstbestimmung. Durch seine Jahrzehnte lange Erfahrung bringt er einen reichen Schatz an Wissen mit, den er am 08.04.2019 um 19:00 Uhr an der Alanus Hochschule Mannheim mit uns teilen wird.

“Welchen Beitrag leistet die Stadt Mannheim zur Verkehrswende?”

Dienstag 9. April 2019 Dipl.-Ing. Ulrike Kleemann – Stadt Mannheim

Veränderte Rahmenbedingungen führen auch in Mannheim zu Änderungen im Verkehrsverhalten und an Verkehrsvorgängen. Erhebungen zeigen, dass vor allem die jüngeren Erwachsenen heute weniger Auto-orientiert sind als ihre Altersgenossen vor einem oder zwei Jahrzehnten in der gleichen Lebensphase – sofern sie in einem städtischen Umfeld leben, welches Alternativen zum Pkw bereithält.

Auch das Thema Stadtraumqualität auf Straßen und Plätzen rückt immer mehr in den Fokus. Dabei geht es um eine faire Verteilung der Flächen im öffentlichen Raum zwischen den Verkehrsarten, um hohe Gestaltqualität als Ausgangspunkt zum Erreichen zentraler Ziele wie Urbanität und Lebensqualität.

Verkehrsentwicklungsplanung hat das Ziel, einen Handlungsrahmen und Strategien für die Verkehrsplanung mit einem Zeithorizont von ca. 15-20 Jahren festzulegen. Vor dem Hintergrund der strategischen Ziele der Stadt Mannheim werden Konzepte und Planungen aus Mannheim vorgestellt:

Auf Grundlage des 21-Punkte Programms zur Förderung des Radverkehrs entwickelt sich Mannheim zur fahrradfreundlichen Stadt weiter.
Der aktuell beschlossene Nahverkehrsplan greift u.a. das Thema Kapazitätsengpässe im öffentlichen Personenverkehr auf und kündigt Angebotserweiterungen in Zusammenhang mit Stadterweiterungen an.
Auch im gemeinsam mit Heidelberg und Ludwigshafen 2018 erarbeiteten Masterplan „Nachhaltige Mobilität für die Stadt – Green City Plan“, der als Aktionsplan bis 2020 zur Verbesserung der Luftqualität ausgelegt ist, werden fachgebietsübergreifend Maßnahmen aufgezeigt, um die Schadstoffbelastungen kurz- bis mittelfristig zu verringern. Zudem ist es Mannheim durch die Auswahl als Modellstadt gelungen, 47 Millionen € für Maßnahmen zur kurzfristigen Reduktion von Stickstoffdioxiden zu erhalten.
Im Konversionsgebiet Franklin hat die städtische Entwicklungsgesellschaft MWSP unter dem Begriff Blue Village FRANKLIN gemeinsam mit der Stadtverwaltung ein Konzept erarbeitet, das dem neu entstehenden Stadtquartier einen beispielhaften nachhaltigen Charakter geben soll.

Diese Beispiele zeigen, dass die Grundlagen für eine „Verkehrswende“ nur unter Mitwirkung von Politik, Verwaltung und Bürgerschaft gelegt werden können.

Nach einer Vorstellung verschiedener Ansätze für die Zukunft in Mannheim beantwortet Ulrike Kleemann, Dipl.-Ing. aus dem Fachbereich Stadtplanung der Stadt Mannheim eure Fragen zur Zukunft Mannheims. Im Anschluss darf beim „Green Together“ über diese Themen diskutiert werden. Für das leibliche Wohl wird gesorgt sein.

“Welche Rolle spielt die Bioenergie in der Energiewende und im Klimaschutz?”

Mittwoch 10. April 2019 Prof. Dr. Gernot Klepper

Die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen erfordert alle Einsparungspotentiale für Treibhausgase (THG) zu nutzen. Einen wichtigen Beitrag dazu kann die Bioenergie liefern. Allerdings ist ihr Einsatz umstritten, weil eine Ausweitung der Bioenergienutzung mit einer Vielzahl von trade-offs verbunden ist: Knappe Flächen fruchtbaren Lands werden der Produktion von Nahrungsmitteln entzogen, ökosystemare Dienstleistungen gehen verloren, wenn bisher ungenutzte Naturflächen zu Energieplantagen umgewandelt werden, eine Zunahme von Importen von Biomasse aus Entwicklungsländern wird als Klimaschutz reicher Länder auf Kosten armer Länder angesehen. Es ist auch unklar, wie groß die THG-Einsparung verschiedener Biomassenutzungen zur Energieerzeugung ist, wenn die indirekten Landnutzungsänderungen in den THG-Bilanzen berücksichtigt werden.

Schließlich kann Bioenergie bei den vom IPCC als erforderlich angesehenen „negativen Emissionen“ eine wichtige Rolle spielen.

Referent:

Prof. Dr. Gernot Klepper forscht am Institut für Weltwirtschaft, wo er für viele Jahre Leiter des Forschungsbereichs „Umwelt und natürliche Ressourcen“ war. Er ist Sprecher des Kiel Earth Instituts. Klepper studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Heidelberg und promovierte in Agrarökonomie an der University of Kentucky. Seine Forschungsinteressen konzentrieren sich auf den Klimaschutz mit dem Schwerpunkt auf die Modellierung und Analyse von klimapolitischen Instrumenten. Zudem ist er in vielen Beratungs- und Netzwerkaktivitäten involviert, dazu gehören derzeit seine Tätigkeiten als Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung, Vorsitzender von International Sustainability and Carbon Certification, sowie stellvertrender Vorsitzender des Deutschen Klimakonsortiums.

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